Film

The Wolf of Wall Street

My name is Jordan Belfort. The year I turned 26, I made 49 million dollars, which really pissed me off because it was three shy of a million a week.

~ Jordan Belfort „The Wolf of Wall Street“

Alkohol, Sex, Drogen, Macht kommen vor allem dann im Überfluss, wenn man schnell ans Geld kommt. Nicht mehr in unseren Krisenzeiten, aber zumindest in den frühen 1990er-Jahren, als noch jeder unerfahrene, aber aufstrebende Geschäftsmann sein schnelles Glück an der Börse machen konnte. So auch  der Börsenmakler Jordan Belfort (vorzüglich gespielt von Leonardo DiCaprio). Mit Mitte 20 gründet Belfort seine Maklerfirma, die er „Stratton Oakmont“ nennt. Gemeinsam mit einer Gruppe seltsamer und ungebildeter Schurken beherrscht er vor allem eins: die Kunst des Verkaufens.

Damals pflegte man noch einem Börsenmakler Glauben zu ebenso schenken so wie auch, dass man mit Börsengeschäften über Nacht seinen Traum – den amerikanischen Traum – erfüllen kann Bald wird Belfort mit dem Titel „Wolf von Wall Street“ gekrönt und seine Leute zur „Bande des Wolfes“.

Sein Leben ist eine unendliche Party, er selbst ist ständig „high“, seine zweite Ehefrau eine wahre Sexbombe und seine Geschäfte natürlich illegal. Sein ganzer Traum droht, wie ein Kartenhäuschen zusammenzufallen, als ihm das FBI auf die Spur kommt. Aufstieg und Niederlage rauben dem energiebeladenen Mann dennoch nie seine Vitalität und Selbstüberzeugung, deshalb bleibt er – nicht nur für einen Film – eine lebende Ikone für die Menschen, die ihm auf seinem Lebensweg begegneten.

Angeblich sollte Martin Scorsese angekündigt haben, mit „Wolf of Wall Street“ auf seine letzte Promotion Tour zu gehen, weil er seine Karriere gerne beenden will. Vielleicht wird er nur noch wenige Filme drehen, bevor er aufhört. Wenn man dennoch das jüngste vitale und meisterhaft inszenierte Werk des 71-jährigen Maestros Scorsese anschaut, fragt man sich, wer wohl würdig wäre, seinen Platz einzunehmen.

Die Handlung des Filmes entnimmt Scorsese hauptsächlich der Autobiografie Belforts. Dennoch wurden zahlreiche Szenen mit einem Überfluss an Frauen, Sex und Drogenkonsum so übertrieben gestaltet, dass man sich nicht mehr wundert, dass der Film bei Golden Globe in der Kategorie „Beste Komödie“ nominiert wurde. Diese reichlich übertriebene Urfassung der Geschichte hat zwei Probleme: die Filmlänge von über drei Stunden und die zahlreichen Sex-Orgien.

Mit seiner Cutterin Thelma Schoonmaker gelingt es Martin Scorsese, nicht nur die überflüssigen Szenen in Grenzen zu halten, sondern auch sein Werk so zu schneiden, dass der Film noch Anfang 2014 ins Kino kommt und somit auch am Oscar-Rennen teilnehmen darf. Dies hat vor allem der Hauptdarsteller – Leonardo DiCaprio – verdient. So erhielt Leonardo DiCaprio den Golden Globe Award als bester Schauspieler in einem Comedy-Film  für die Komödie „Wolf of Wall Street“. Obwohl DiCaprio bereits drei Mal für den Oscar nominiert wurde, bekam er ihn bis jetzt noch nie, obwohl er den Preis längst verdient hat, zumindest für seine Rollen in einem der fünf gemeinsamen Filme mit Martin Scorsese.

The Wolf of Wall Street

Im Kino: 16. Januar 2014
Regie: Martin Scorsese
Mit Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Margot Robbie, Matthew McConaughey
Dauer: 179 Min.