Film

Starbuck: Film Review

David Wozniak (Patrick Huard) schlägt sich mit minimalem Aufwand durchs Leben. In Montreal besitzt seine Familie eine Metzgerei, in der David die anspruchslose Aufgabe, das Fleisch zu transportieren erfüllt – eine Aufgabe, die er auch gerade noch schafft. Wegen seiner Schulden sitzt ihm eine Gangsterbande im Nacken, woraufhin er sich zu Hause die Hanfplantagen einlegt, um Extra-Geld zu verdienen. Als seine Freundin Valerie (Julie Le Breton) – eine Polizistin – schwanger wird und sich entschließt, David den Laufpass zu geben, kommt seine Vergangenheit an die Oberfläche.

Während seines Studiums hat David einen Nebenjob gehabt: unter dem Pseudonym „Starbuck“ stellte David sein Sperma einer Befruchtungsklinik zur Verfügung. Und nun – zwanzig Jahre später – muss er erfahren, dass er der Vater von mehr als 500 Kindern ist und dass diese Kinder eine Klage gegen die Klinikerheben, um den Namen ihres Vaters zu erfahren. Sein Freund (Antoine Bertrand), ein Anwalt, selbst von vier Kindern geplagt, leistet juristischen Beistand. Vorerst besorgt er ihm jedoch eine Mappe, die Informationen über seine Zeugungen erhält. Wiederwillig fängt David an, die Akte zu studieren. Und so stellt er fest, dass eines seiner Kinder ein berühmter Fußspieler ist, das den anonymen Vater vor Stolz auf der Tribüne platzen lässt. Doch es gibt auch eine drogenabhängige und suizidgefährdete Tochter, die er vor einer Überdosis rettet; einen erfolglosen Schauspieler, der in einem Café jobbt, einen Musiker, der alleine auf der Straße spielt und dem nur David zuhört und schließlich noch einen Jungen, der im Behindertenheim wohnt und als erstes die ganze Wahrheit über seinen leiblichen Vater erfahren darf.

Das Thema „Samenspende“ entwickelt sich langsam zu einem narrativen Kino-Highlight, wenn man an einen anderen Film der Amerikanerin Lisa Cholodenko „The Kids Are All Right“ denkt, der erst vor kurzem auf den großen Leinwänden lief. Auch dort wurden Kinder mit Hilfe einer samenspende gezeugt und von einem Lesbenpaar aufgezogen. Später machen sich diese Kinder die Suche nach ihrem leiblichen Vater, der vor vielen Jahren sein Geld mit ähnlichen Spenden wie David verdiente.

Doch manchmal tut auch etwas leichtere Kost gut, auch wenn einige Gags etwas klischeehaft ausfallen und der Spitzname „El Masturbator“ manches feine Gehör mit der Zeit zu reizen anfängt. So wird „Starbuck“ vor allem durch die Leistung des Hauptdarstellers Patrick Huard gerettet, der überzeugend den Versager verkörpert, der zum Schluss doch noch wahre Gefühle für alle seine Kinder entdeckt. Diese kanadisch-französische Produktion, in der man zwar französisch spricht sorgt gerade mit ihrem Start Mitte August für eine Verlängerung der Sommerstimmung. Im Übrigen spricht man in Hollywood schon davon, dass der Film mit „eigenen“ Darstellern „neu“ gedreht werden soll. Ist das kein Zeichen des Erfolges?!

Im Kino: 16.08.2012
Starbuck (Kanada, 109 Min., Komödie, 2011)
Regie: Ken Scott Mit: Patrick Huard, Julie Le Breton, Antoine Bertrand