Film

Lecce: Barockstadt auf der Halbinsel Salento

Jedes Jahr in April findet in Lecce ein Filmfestival statt. Im Fokus stehen Kunst- und Experimentalfilme aus Europa. Der Zeitplan ist recht entspannt und lässt sich wunderbar mit einem Stadtbesuch beziehungsweise kurzen Ausflügen in die Umgebung verbinden. Eine Woche lang werden täglich zwei neue – noch nicht in regulären Kinos gestartete – Filme im Wettbewerb gezeigt, dazu gibt es ein Nebenprogramm mit Dokumentar- und Kurzfilmen und eine Filmreihe aus einem ausgewählten Land.

In diesem Jahr huldigte man der – neben Sofia Loren und Gina Lollobrigida – Diva des italienischen Kinos Claudia Cardinale („Rocco und seine Brüder“, „Der Leopard“, „Spiel mir das Lied vom Tod“). Ein anderer Protagonist war der italienische Regisseur und Freund von Pier Paolo Pasolini, Marco Bellocchio. Man zeigte eine Filmreihe seiner bekannten Werke und eine Ausstellung mit seinen Zeichnungen und Bildern, meistens Storyboards zu seinen Filmen.

Gina

In der Stadt selbst – die überwiegend aus einem besonderen Stein, dem „Pietra Leccese“ erbaut wurde – lohnt es sich, die berühmten Kirchen, prachtvolle Beispiele des Barockstils, anzuschauen.
Zu nennen sind hier z.B. San Matteo, Santa Chiara, Sant’Irene, die berühmte reich geschmückte Basilika Santa Croce und die Bauten auf der Piazza del Duomo (Propyläen, Kathedrale, Bischofpalast).

Auf der Piazza S.Oronzo (S.Oronzo ist der hl. Patron der Stadt) befindet sich die Säule, die zusammen mit einer anderen in Brindisi das Ende der Via Appia (Anfang in Rom) kennzeichnet. Neben der Säule befindet sich das Römische Amphitheater, der Sedile (der 1851 die Funktion des Rathauses übernommen hat) und die Kapelle San Marco.

Ein anderes Amphitheater (Teatro Romano) ist nur wenige Gehminuten von der Piazza Sant’Oronzo entfernt. Darin befindet sich heute das Theatermuseum.

Zu der größten Entdeckung zählt die Erkenntnis, dass die Umgebung, die Halbinsel von Salento, unter griechischem Einfluss stand und die Kirchen dort griechisch-orthodox sind, und die typischen Dekorationen, Ikonen und Mosaiken des oströmischen Reichs zeigen. In der Umgebung sind Ausflüge nach Otranto, Gallipoli und Galatina zu empfehlen.

lecce-view

In Otranto (35 km von Lecce) sollte man die berühmte Kathedrale Santa Annunziata mit Mosaiken (12 Jhr.) bewundern, die Castello Aragonese und die kleine byzantinische Kirche San Pietro.

Gallipoli war ebenfalls eine griechische Siedlung, daher sind blau und weiß die herrschenden Farben der Stadt. Außer der Kathedrale und dem Kastell lohnt es sich, durch die kleinen engen Straßen zu laufen, dabei stößt man immer wieder auf kleine malerische Höfe und hübsche Fensterdekorationen.

Hof-in-Gallipoli

In Galatina (in Übersetzung „schöne Athene“) ist der größte Schatz die Franziskanerkirche S.Caterina d’Alessandria, mit einer Rosette auf der Fassade und schönen Fresken aus dem 15 Jh.