Kunst

Art Basel: BEST OF ART

Einmal sagte deutscher Künstler Gerhard Richter: „Ich will damit die simple Tatsache ansprechen, dass Kunst das Gegenteil von Krieg ist, also dass wir Kunst brauchen, und dass ich sie deshalb als unsere höchste Form der Hoffnung bezeichne“.

Um Kunst zu sehen, reist man in Europa am liebsten nach Basel. Ende Juni findet hier eine bedeutendste Kunstmesse „Art Basel“ statt. Im diesem Jahr zeigten 285 renommierte Galerien (davon 24 Neuzugänge) aus 34 Ländern Kunstwerke von der klassischen Moderne bis zur Gegenwart. Die VIP-Besichtigungen finden oft vor dem offiziellen Start unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Schließlich wollen Leonardo DiCaprio, Richie Hawtin und Roman Abramowitsch die Millionenwerke in Ruhe anschauen.

Die großen Themen der aktuellen Messe sind Performance und Ready-Made. Die Sammler haben sich jedoch am meisten für die klassische Malerei, wie für ein Frauenproträt von Picasso für 25 Millionen Euro bei Marlborough, entschieden. Auch wenn das Bild nicht verkauft wurde, genügt es schon, die Aufmerksamkeit auf andere Werke der Galerie,wie auf Manolo Valdés (460 000 EUR), zu richten.

Andy Warhol. Fright Wig. 1986

Andy Warhol. Fright Wig. 1986

Ein Selbstporträt von Andy Warhol – „Fright Wig“ (1986) – wurde für 26 Millionen Euro bei der Galerie Skarstedt versteigert.

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Zu weiteren Top-Verkäufern gehören der glänzende Delfin aus Edelstahl von Jeff Koons (3,6 Millionen Euro) bei der Galerie David Zwirner, man sagt außerdem, dass Zwirner ein „Blue Painting“ von Ad Reinhard für sieben Millionen Euro veräußert habe. Die Galerie Annely Juda Fine Art aus London verkaufte ein Bild von David Hockney für etwa 3 Millionen Euro und Gerhard Richters „Abstraktes Bild“ aus dem Jahr 1997 erzielte 4,5 Millionen Euro bei der Galerie Dominique Lévy aus New York. Die aktuellste Gegenwartkunst kommt meistens us Berlin und New York. Die Preise der Berliner kann sich fast jeder Besucher leisten. Die Drucke von Neo Rauch wurden bei Eigen & Art für jeweils 3000 EUR angeboten.

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Abseits der Verkäufe sorgte vor allem das Projekt „14 Rooms“ für Abwechslung. Kuratoren Obrist und Biesenbach luden 14 internationale Künstler – darunter Marina Abramovic, Damien Hirst und Dominique Gonzales-Foerster – dazu ein, einen langen Raum mit sieben Türen an jeder Seite mit Performance zu bespielen. Es ging darum, die Beziehung zwischen Raum, Zeit und Körperlichkeit herzustellen und mit einem Kunstwerk zu erkunden, dessen Material der Mensch war. Hinter den Türen fanden die Besucher nackte Frauen, singende Menschen oder lachende Zwillinge.

Das diesjährige Museumsprogramm erlaubter neben der eigentlichen Messe einen Einblick in Sonderausstellung in der Umgebung.

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Gerhard Richter. Bach (1). 1992

Die FONDATION BEYELER (www.fondationbeyeler.ch) widmete Gerhard Richter die bisher größte Ausstellung in der Schweiz, die über 100 seiner berühmten Bilder (figurative Portraits, Stillleben, Landschaften und abstrakte Gemälde sowie Glasobjekte und übermalte Fotografien) von 1966 bis heute vereint.

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Paul Chan. Untitled (After St. Caravaggio)

Das SCHAULAGER (www.schaulager.org) zeigte Einzelausstellung von Paul Chan. Geboren in Hongkong, der Künstler lebt und arbeitet in New York und gilt als einer der originellsten Künstlern der aktuellen zeitgenössischen Szene. Das vom Künstler selbst entwickelte Konzept der Ausstellung verläuft entlang von Achsen – Himmel und Erde, Diesseits und Jenseits, dem Traum von einer andersartigen Welt und der Realität unseres Daseins.

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Charles Ray. Boy with Frog. 2009

Das KUNSTMUSEUM BASEL (www.kunstmuseumbasel.ch) zeigt in einer kleinen Kupferstichkabinett-Ausstellung Zeichnungen aus eigenem Bestand vom Schöpfer des schwarzen Quadrats – Kasimir Malewitsch. Im anderen Raum des Kunstmuseums sind aktuellen Skulpturen von Charles Ray ausgestellt – Unpainted Sculpture (1997), Boy with Frog (2009) oder Mime und School Play (beide – 2014). Nach einem Jahrhundert der Dominanz skulpturaler Abstraktionen arbeitet der Künstler nun an einer neuen plastischen Figuration