Kunst Unterhaltung

40 Jahre Deutscher Filmball in München

Fotoausstellung: 40 Jahre Deutscher Filmball: Der rote Teppich für den deutschen

Was hat die Filmstadt München alles zu bieten? Produktions- und Verleihfirmen, Film-Studios und Fonds, Filmtechnik und wunderschöne Drehorte, aber auch eine wichtige Ausbildungsstätte, in der die Profis der Filmbranche ausgebildet werden – die Hochschule für Fernsehen und Film, die vor kurzem ein neues Gesicht – ein modernes Gebäude mit großzügiger Ausstattung – in der Nähe des Kunstareals in der Maxvorstadt bekam.

Es stimmt, dass in München erfolgreiche Geschäfte der Filmbranche Deutschlands betrieben und aufwändige Filmproduktionen beschlossen werden. Es fehlen oft nur die Kreativen. Die meisten von ihnen sind nach Berlin gezogen. Auch wenn sie also viel zwischen der offiziellen und der heimlichen Hauptstadt Deutschlands, also zwischen Berlin und München, pendeln, müssen sie mindestens einmal pro Jahr zu einem besonderen Anlass in die bayerische Hauptstadt kommen: zum Deutschen Filmball.

Seit 1974 lädt die deutsche Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO) tausende Prominente aus der Filmszene, Medien, Politik und Gesellschaft in die Räume des Hotels „Bayerischer Hof“ zum krönenden Abschluss des Filmjahres und gleichzeitig zum Beginn des neuen Jahres ein. Hier wird getanzt, gejubelt und gegessen. Aber nicht nur das. Man erfährt gleichzeitig, was und mit wem gedreht wird, im legendären Weißwurstkeller des „Bayerischen Hofes“ wird bis zum Morgengrauen über neue Produktionen gesprochen und werden Deals ausgehandelt.

In diesem Jahr passiert das zum 40-sten Mal. Zu diesem Anlass wurde eine Fotoausstellung über die glorreichen Jahre des deutschen Filmballs und gleichzeitig deutscher Filmgeschichte organisiert. 200 Fotografien präsentieren – Dekade um Dekade – die bezauberndsten Momente dieses Events: Stars, die auf dem Roten Teppich posieren; Produzenten, die beim Treffen Geschäfte besprechen, und Entertainer bei ihrer Selbstpräsentation. Man sieht die noch junge Nastassja Kinski in einem Gespräch mit Bernd Eichinger, die charmante Hannelore Els, Veronica Ferres, die damals von einem Gespräch mit Michael Douglas verspätet zum Ball kam.

Auch Gäste aus Hollywood haben manchem Event die Ehre erwiesen, darunter Michael Douglas und Joan Collins. Viele von ihnen prägen noch immer die deutsche Filmszene. Andere leben inzwischen nur noch in unserem Gedächtnis und auf Fotografien: Romy Schneider, jung und noch in Daniel Biasini verliebt, Bernd Eichinger in verschiedenen Lebensphasen, Klaus Kinski, auf dem Filmball elegant und formvollendet. Anderen sind heute nicht nur in der deutschen Filmszene, sondern auch in Hollywood tätig, darunter Tom Tykwer, Wim Wenders oder Wolfgang Petersen.

Die Ausstellung dokumentiert diese Momente und bietet einen Rückblick über 40 Jahre für diesjährige Gäste sowie für die interessierte Öffentlichkeit. Die Fotografien sind nach Dekaden aufgeteilt:

  • 1970er-Jahre mit ihrem Geist des Aufbruchs, dem Verlangen nach Freiheit, dem Phänomen des Neuen Deutschen Filmes sowie der Gründung des Filmverlags der Autoren
  • 1980er-Jahre mit der romantischen Liebesproduktionen, Beschäftigung mit der deutschen Geschichte und Etablierung des Frauenfilmes sowie zahlreichen Komödien
  • 1990er-Jahre, die von den politischen Ereignissen und von der deutschen Wiedervereinigung geprägt wurden
  • schließlich unsere Zeit mit der Globalisierung und dem Zusammenwachsen Europas und dem 100. Geburtstag des ältesten europäischen Studios Babelsberg.

Neben den Bildern zeigt die Ausstellung Filmplakate aus den Archivbeständen des Deutschen Filminstituts – DIF e.V., Frankfurt/Main

Fotoausstellung: 40 Jahre Deutscher Filmball: Der rote Teppich für den deutschen Film
11. Januar bis 28. Februar 2013
Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg, Sendlinger-Tor-Platz 1
Mo-Mi, Fr 8.45 – 16.00 Uhr, Do 8.45 – 19.00 Uhr