Film

32. Filmfest München: Eröffnung

Vor mehreren Jahren präsentierte Steven Spielberg „Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull“ beim Filmfestival von Cannes. Ich saß damals bei der Pressekonferenz und hörte unzufriedene Reporter-Stimmen, die Spielberg fragten, warum er auf die Idee kam, einen neuen Film über Indiana Jones und solch veralteten Themen wie den Kalten Krieg zu drehen.

Plötzlich meldete sich der Produzent George Lucas zu Wort und sagte: „We wanted to make real movie about real people!“ Reale Menschen? Im Kino? Der ganze Raum brach in Gelächter aus.

Als ich gestern bei der Eröffnung des 32. Münchner Filmfestes im Mathäser Filmpalast saß, musste ich mich an den Vorfall erinnern. Zuerst sprach die Moderatorin der GALA, Nina Eichinger, darüber, dass das Filmfest München „das große Kino feiert“ und weil „das Kino ein wahres Leben sei“, feiere man eben das Leben.

nina eichinger, jean-pierre jeuner, kyle catlett, diana iljine

Der Ministerpräsident des Freistaates Bayern, Horst Seehofer (CSU), der in Selbstpräsentation „als bescheidender Bayer“ auftrat, krönte das Filmfest in München zum schönsten Filmfestival Deutschlands (Entschuldigung nach Berlin!) und gar Europas. Außerdem gestand der Parteivorsitzende, dass er seit mehreren Jahren nicht im Kino war und sich nun eben „ auf entspannte Stunden“ freue.

horst seehofer mit seiner frau und diana iljine

Der zweiter Bürgermeister der Landeshauptstadt, Josef Schmid, brachte gute Nachrichten mit: das Budget des Filmfestes würde erhöht. Außerdem versprach er, die nächsten sechs Jahre hinter dem Filmfest zu stehen.

Anschließend wurde der Film des französischen Regisseurs – bekannt als der Autor „Der fabelhaften Welt der Amélie“ – vorgeführt. „Die Karte meiner Träume“ ist spielerisch-märchenhaft, daher gut für 3D; hat eine etwas ausgedehnte Handlung (für den US-Start muss definitiv gekürzt werden!), einen netten elfjährigen Hauptdarsteller, Kyle Catlett, und teilweise kitschige Dialoge, die auf ein jüngeres Publikum durchaus emotional wirken können und mit einem anhaltenden Beifall des Gala-Publikums aufgenommen wurden.

Um 22 Uhr zeigte sich die lokale Prominenz auf dem roten Teppich vor dem Bayerischen Hof, also die deutsche Filmindustrie und einige internationale Gäste. Später ging es in den Ballsaal, wo die Gäste mit einem Menü aus viererlei Sorten Nudeln, HB-Bier und einer Auswahl schöner Weine bewirtet wurden.